A Star is born!
In Bandol gibt es zwei Winzergenossenschaften, die kurioserweise auch noch direkt nebeneinander liegen! Vor Jahren gab es da wohl Zoff unter den Genossen, was dazu führte, dass zwei selbständige, voneinander unabhängige Cooperativen gegründet wurden, die beide in La Cadière d´Azur, nur einen Katzensprung von der Autobahnausfahrt ansässig sind.
Die bessere ist ganz klar Moulin de La Roque, zu deren Mitgliedern seit Jahrzehnten die Familie De Salvo gehört, die über stattliche 35 Hektar Weinberge in besten Lagen verfügt.
Filius Robert liefert weiterhin die meisten Trauben in der Cooperative ab, die seiner Filetstücke verarbeitet er jedoch unter dem Namen Bastide de La Ciselette selbst.
2010 war sein erster Jahrgang und sofort wurde sein Bandol Rosé mit Auszeichnungen überschüttet: Goldmedaille in Paris und bester Rosé bei „Vinalis, wo französische Sommelliers die besten Weine des Landes küren – kein schlechter Auftakt fürs Debüt!
Roberts Erzeugung ist klein, von seinem roten Bandol Jahrgang 2010 werden lediglich 3.000 Flaschen abgefüllt, um die sich jetzt schon die Restaurants der Provence reißen.
Neben dieser kleinen Menge an rotem und rosé Bandol bringt Robert aber auch zwei sehr preiswerte Landweine unter die Leute, die von Randlagen der Appellation mit jungen Reben stammen und deutlich günstiger als die Bandols sind.
Roberts Weingut Bastide de La Ciselette steht zwar ganz am Beginn der Entwicklung, gehört aber bereits jetzt, mit dem zweiten Jahrgang zu den ganz heißen Tipps der Region Bandol.
2011 Bastide de La Ciselette Vin de Pays du Var Rosé
Was für ein köstlicher „kleiner“ Rosé! Ganz helles Lachsrosa, die typische Provencefarbe. Glasklarer Duft: Himbeere, Zitrus, Erdbeere, kühles Gestein, ein Hauch Minze. Herrlich frischer, fruchtiger Geschmack, angenehme Kühle, dadurch sehr erfrischend. Zarter mineralischer Touch, gut eingebundene Säure. Rosé wie aus dem Bilderbuch, besser als etliche Weine, die mit dem Namen Bandol protzen und deutlich teurer sind.
88 Punkte
2011 Bastide de La Ciselette Vin de Pays du Var Rot
Sehr dunkel; offensiver Duft mit Noten von Heidelbeere, Himbeere, Kirsche, Provencekräutern. Frische, richtig leckere Frucht mit einer kühlen Note, die ihn zu einem Sommerrotwein par Excellence macht. Kann man leicht kühlen, so schmeckt er zur Grillparty perfekt.
Diese „kleinen“ Weine, die preiswerten und gleichzeitig niveauvollen Genuss bieten, zeichnen große Winzer aus. Teuer kann schließlich jeder.
88 Punkte
2010 Bastide de La Ciselette Bandol Rosé
Robert De Salvos Debütjahrgang ist einer der besten von mir jemals verkosteten Rosés.
Mit dem Namen Bandol schmücken sich ja leider auch Weine, die nur wenig Freude verbreiten und preislich doch locker die 10-Euro-Marke überspringen.
Roberts Exemplar ist ein traumhafter Wein von heller Farbe, der einen Super-Duft besitzt.
Waldbeeren, Kirsche, englische Drops, Mandarine, Eisenkraut, Limette etc. Im Geschmack sensationell fruchtig, kühl und rassig; sehr mineralisch, da schmeckt man ganz einfach, dass die Reben auf erstklassigem Terrain stehen. Wer immer noch Rosé für ein belangloses Sommergetränk, sollte sich auf den Weg nach Le Brulat im Hinterland von Bandol machen und versuchen, ein paar Flaschen von diesem Göttertrunk besorgen.
Etwas Besseres zu einem sommerlichen Grillabend mit ein paar Lammkoteletts wird sich schwerlich finden lassen.
92 Punkte
2010 Bastide de La Ciselette Bandol Rot – Fassprobe
Nur 3.000 Flaschen werden von Roberts rotem Bandol auf den Markt kommen. Ein einziges Fass von einem der besten Hersteller Frankreichs war gerade gut genug, um den Wein von den besten Parzellen mit den ältesten Reben reifen zu lassen.
Kein Bandol der herzhaft-würzigen Art, sondern ein hocheleganter, finessenreicher Rotwein, der fast burgundisch rassig über die Zunge läuft. Im Duft Waldbeeren, Kräuter, Graphit und etwas Edelholz. Süße, feinwürzige Frucht mit reichlich mineralischer Frische und seidigen, ja noblen Tanninen. Ausgewogen und lang. Voll auf Rasse und Eleganz ausgerichteter Bandol, der den Platzhirschen Konkurrenz machen wird.
92-93 Punkte